Im Stück selbst gehts um Jugendliche, die sich über ihre Erfahrungen und Gefühle n Bezug auf Sexualität austauschen - die Jungen und die Mädels sind zwischen 14 und 15 Jahre alt. Die Jungen reden über ihre Erfahrungen mit Frauen, der eine hatte schon Sex, der andere hat erst mal ne nackte Frau gesehen und kriegt dann von dem anderen schriftlich dargestellt, wie der Beischlaf so is. Mit seinen ganzen Gefühlswallungen und dem ganzen Pubertätsscheiß kommt er dann nicht klar und außerdem soll er von der Schule geschmissen werden oder durchfallen (auf jeden Fall wäre es eine Schande seinen Eltern gegenüber), drum bringt er sich um. Daraufhin entdecken die Eltern den Brief mit der Beischlaferklärung, woraufhin der Autor des Briefes auch von der Schule fliegt. Der Typ, der die Story erzählt hat, hat auch Sex mit einem der Mädels - die dachte, dass man nur schwanger wird, wenn man den Typen ganz arg arg liebt (so hats ihr ihre Mutter erzählt), drum hat sie sich keine Gedanken gemacht dabei. Sie wird schwanger und weil die Mutter natürlich keine Schande über die Familie bringen will, sorgt sie für eine Abtreibung, woraufhin das Mädel stirbt. Der noch lebende Junge trifft dann vor dem Grab des Mädchens den Geist seines Freundes, der ihn auch zum Selbstmord bringen will, dann taucht aber "vermummter Herr" auf und überredet den Lebenden, ihm zu folgen - der vermummte Herr ist die Personifikation des Lebens.
Bemerkenswert an der Geschichte ist, dass sie von 1890 stammt. Ich kann mir denken, dass das damals nen ziemlichen Aufruhr gegeben hat, weil diverse Tabuthemen besprochen werden und in die Münder von jungen Menschen gelegt werden; das so etwas tatsächlich beredet wurde, wollte man halt nicht wahrhaben oder sehen. - Themen übrigens, die auch heute noch nicht ganz durch sind. Klar, die Kids sind mit 14 normalerweise aufgeklärt und steigen auch früher in die Kiste miteinander, aber dass Eltern ihre Kinder nicht anständig aufklären (sondern diese Kinder sich gegenseitig oder durch Pornos usw. aufklären bzw. ungewollte, ungewusste Schwangerschaften passieren), dass Leute Probleme mit der Schulleitung kriegen, wenn sie sich gegenseitig Pornos zustecken oder ähnliches, sowas gibts auch heute. Und die Moral von der Geschichte ist außerdem, dass unter den ganzen unterdrückenden Vorstellungen der Eltern die Freigeistigkeit der Kinder abstirbt und dass die Lebensfreude der Jugend unterstützt werden soll (die Mutter des Lebenden sieht das auch so und hat ihren Sohn sehr antiautoritär erzogen). So ähnlich stehts auch im Nachwort.
Sprachlich wirkt es natürlich etwas antik, aber ich finde, zur Mitte hin ist man ganz gut drin und ich kann mir gut vorstellen, dass man das gut intonieren kann und verständlich vermitteln kann.
Ich würds sehr sehr gerne spielen. Die Nachricht des Stücks find ich einfach super, diese Liebe zum Leben, die Wedekind vermitteln will, immer ein bisschen Humor dabei, schön auf die verkommenen Moralvorstellungen und die Prüderie schießen; ich mags. Als Titelsong würde ich auch schonmal "Dear Prudence" von den Beatles vorschlagen, der Text passt perfekt
Sagt eure Meinung dazu, vielleicht habt ihrs ja schon gelesen, dann sagt erst recht was.
